Düsseldorfer Nahverkehrsplan 2002-2007
Stellungnahme zum Nahverkehrsplanentwurf der Düsseldorfer Stadtverwaltung aus dem Jahr 2002
Der VCD Düsseldorf teilt das auf Seite 27 im Abschnitt 3.2.2 des Nahverkehrsplanentwurfes genannte Leitziel: "Zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bewohner strebt die Stadt Düsseldorf an, möglichst große Verkehrsanteile vom motorisierten Individualverkehr (MIV) auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu verlagern." Ein hoher Verkehrsanteil von Bahn und Bus in Düsseldorf ist für die Lösung der Verkehrsprobleme, die Stadtverträglichkeit des Verkehrs und die städtischen Finanzen unbedingt nötig.
Nach den interessanten Analysen im Kapitel 5 (Bestandsanalyse und Qualitätsstandards) werden dann aber Maßnahmen vorgestellt (in Kapitel 6), die mit den Analysen wenig zu tun haben und ganz offensichtlich zur Erreichung der formulierten Ziele kaum beitragen können, wie in den Kapiteln 7 und 8 (Verkehrsprognose, Maßnahmenentwicklung und -beurteilung) nachgewiesen wird. Trotz vorgesehener Rieseninvestitionen in U- und Stadtbahnen (über 1,7 Mrd. Euro) wird der ÖPNV-Anteil in Düsseldorf abnehmen! Die Lobeshymnen der Planer, dass die neuen U-Bahn-Tunnel den Straßenverkehr entlasten, sind damit widerlegt.
Der VCD ist der Meinung, dass diese offizielle Prognose der Stadt Anlass sein muss, um grundsätzlich über die weitere Nahverkehrsstrategie nachzudenken. Die im Nahverkehrsplanentwurf vorgegebene Systematik - von den Zielen und der Beschreibung des Ist-Zustandes ausgehend Qualitätsstandards zu definieren und Defizite zu analysieren, um daraus effiziente Maßnahmen abzuleiten - sollte von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung endlich selbst ernst genommen werden.
Eine vergleichende Wirkungsanalyse beispielsweise von U-Bahn-Maßnahmen und Fahrgast-Informationssystemen ist dringend erforderlich, um keine Mittel zu verschleudern. Bauprojekte sollten noch einmal kritisch auf den Prüfstand gestellt werden, und die Qualität der Beförderungsleistung sowie gezieltes Marketing den hohen Stellenwert bekommen, der in einem Privatunternehmen üblich ist.
Pünktlichkeit als ein wesentliches Qualitätskriterium für den ÖPNV sollte im Nahverkehrsplan besonders berücksichtigt werden. Dafür müssten Standards festgelegt werden, deren Einhaltung in den nächsten Jahren dokumentiert wird. Dies wäre ein Einstieg in die Festlegung und systematische Erfassung umfangreicherer Qualitätsstandards, wie sie in Kapitel 10.4 des Entwurfes diskutiert werden.
Anlagen
- Vorschläge zum Maßnahmenprogramm
- Zusätzliche Anmerkungen zum Entwurf des Nahverkehrsplanes 2002-2007