Pressemitteilungen zur Wehrhahnlinie
Verschiedene Pressemitteilungen, die der VCD im Verlauf der letzten Jahre zur Planung der U-Bahn-Wehrhahnlinie herausgegeben hat.
Wehrhahnlinie: Fragen über Fragen
Presseerklärung vom 24. Januar 2008
Die Stadt Düsseldorf hat für morgen (25.1.2008) Aufklärung angekündigt darüber, wie es mit dem Bau der U-Bahn Wehrhahnlinie weitergehen soll. Seit den ersten Spatenstichen am 28. November des vergangenen Jahres ist bisher kein sichtbarer Baufortschritt festzustellen.
Der VCD hofft, dass dann zumindest einige der folgenden Fragen beantwortet werden:
- Weshalb durfte in der Adventszeit die beliebte Eislauffläche nicht auf dem Corneliusplatz aufgebaut werden?
- Weshalb muss der Rosenmontagszug einen anderen Zugweg nehmen?
- Weshalb sagt die Stadt Düsseldorf, dass wegen einer verzögerten Auftragsvergabe erst kurz vor Weihnachten der öffentlich verkündete Zeitplan für die Bauarbeiten nicht eingehalten werden konnte, während der börsennotierte Konzern BilfingerBerger am 28. November den Auftragseingang gemeldet hat (für den größten Teil der Bauarbeiten im Auftragswert von rund 300 Mio. Euro) und in dieser Woche noch dem VCD gegenüber erklärt, dass die Arbeiten derzeit gemäß dem vertraglich vereinbarten Terminplan verlaufen?
- Mit welchen Zuschüssen von Bund und Land kann die Stadt tatsächlich rechnen für den Bau der U-Bahn? Dem VCD liegt der Zuwendungsbescheid über 268 Mio. Euro vor. In dem Ratsbeschuss vom vergangenen Jahr ist von Zuschüssen in Höhe von 343 Mio. Euro die Rede, wobei in der Diskussion darüber spekuliert wurde, dass wegen der erhöhten Kosten die Zuwendungen noch steigen sollten.
- Wird die oben erwähnte Zuschusszusage eventuell sogar noch zurückgezogen? Das Landesverkehrsministerium prüft zur Zeit auf Initiative des VCD, ob die von der Stadt Düsseldorf vorgelegte Standardisierte Bewertung nach den bundesweit geltenden Regeln für solche Gutachten erstellt wurde.
Potjomkinsche Baustellen in Düsseldorf:
Werden dem offiziellen Baubeginn für die Wehrhahnlinie am Mittwoch (28.11.) tatsächlich reale Bauarbeiten folgen?
Presseerklärung vom 27. November 2007
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat mit Verwunderung die Ankündigung der Stadt Düsseldorf zur Kenntnis genommen, dass bereits morgen, am 28.11., der Bau der U-Bahn Wehrhahnlinie offiziell beginnen soll. Immerhin lag der Stadt jedenfalls in der vergangenen Woche eine Zusage über die Gewährung von Bundes- und Landeszuschüssen noch nicht vor. Bauaufträge konnten also noch gar nicht vergeben werden. Andererseits ist die Bindefrist für die Angebote, die nach der entsprechenden Ausschreibung von Bauunternehmen vor einem halben Jahr eingereicht wurden, bereits am 16.11. abgelaufen.
Selbst wenn ab sofort alles im Sinne der Düsseldorfer Stadtspitze laufen würde, werden reale Bauarbeiten für die Wehrhahnlinie also noch längere Zeit auf sich warten lassen. Hinter den bereits errichteten Bauzäunen am Corneliusplatz und am Graf-Adolf-Platz wird nicht viel passieren.
Der VCD ist darüber hinaus aber auch guter Hoffnung, dass die für Düsseldorf überaus schädlichen Planungen zum U-Bahn-Bau auf der Wehrhahnlinie nicht nur kurzfristig aufgehalten, sondern auch langfristig unrealisiert bleiben werden. Jedenfalls haben wir in den vergangenen Wochen noch einmal verschiedene Möglichkeiten genutzt, unserer Argumentation Gehör und Geltung zu verschaffen. Über das Ergebnis dieser Bemühungen lassen sich zur Zeit allerdings noch keine verlässlichen Angaben machen.
Klar ist aber: Wenn die Wehrhahnlinie tatsächlich gebaut werden sollte, wird sie noch erheblich teurer werden, als es der aktuelle Beschluss des Düsseldorfer Stadtrates vorsieht. Und auch diesem war eine Folgekostenrechnung vorsichtshalber gar nicht erst beigefügt worden.
Wehrhahnlinie: Panne bei Währungsumstellung?
Presseerklärung vom 25. Juni 2002
Im ÖPNV-Ausbauplan des Landes NRW werden die Investitionskosten für den U-Bahn-Bau auf der Wehrhahnlinie mit 650 Millionen veranschlagt; im gerade vorgestellten Entwurf des neuen Nahverkehrsplanes beziffert die Stadt Düsseldorf die Kosten mit 674 Millionen. Auf den ersten Blick eine deutliche, aber nicht dramatische Erhöhung der kalkulierten Kosten innerhalb von gut einem Jahr. Allerdings lag dazwischen auch noch eine Währungsumstellung, und der erste Betrag lautet auf DM, der zweite auf Euro.
Dieses "Detail" scheint in Politik und Verwaltung der Stadt Düsseldorf noch nicht aufgefallen zu sein. Dort geht man offenbar immer noch davon aus, dass die Finanzierung des U-Bahn-Baus gesichert sei. Für die Planung der Wehrhahnlinie werden diverse externe Aufträge vergeben und zusätzliches Personal eingestellt.
Neue Pläne für U-Bahn Wehrhahnlinie - Nicht im Interesse der Fahrgäste!
Presseerklärung vom 16. Dezember 2001
Die von OB Joachim Erwin kürzlich vorgestellten Planungsänderungen für den Bau eines U-Bahn-Tunnels auf der Wehrhahnlinie würden bei einer Realisierung weitere Nachteile für viele Fahrgäste mit sich bringen. Der öffentliche Personennahverkehr in Düsseldorf würde durch eine U-Bahn auf dieser Strecke unattraktiver. Eine Steigerung der Fahrgastzahlen ist unter diesen Umständen nicht zu erwarten.
Während der Kampagne für ein Bürgerbegehren gegen die Wehrhahnlinie vor zwei Jahren hatten Stadt und Rheinbahn zugesagt, dass eine Rampe am Bilker Bahnhof gebaut werden sollte, so dass auch die aus Volmerswerth kommenden Straßenbahnen in den Tunnel einfahren könnten. Dieses Versprechen soll nun gebrochen werden. Wie die früheren Pläne sehen die aktuell publizierten nur eine Rampe südlich des Hennekamp vor. Aus dem Einzugsbereich des südlichen Astes der heutigen Linie 712 würde sich die Reisezeit in die Innenstadt dadurch deutlich verlängern, weil man am Bilker Bahnhof zwischen Straßenbahn und U-Bahn umsteigen müsste. Auch die wichtigen Relationen Uni - Hauptbahnhof und Düsseldorfer Süden - Corneliusstraße - Berliner Allee könnten nach den neuen Planungen nicht mehr ohne Umsteigen zurückgelegt werden.
Durch den Wegfall der Haltestelle Jacobistraße würden sich nicht nur die Reisezeiten von Kundinnen und Kunden der dort gelegenen Kaufhäuser verlängern. Auch das Umsteigen in die Linien 707, 752, 754 und 755 würde erschwert.
Unabhängig von den aktuell diskutierten Planungsänderungen hätte der U-Bahn-Bau für viele Fahrgäste vor allem aus dem Einzugsbereich der Straßenbahnlinien 706 und 715 deutliche Verschlechterungen zur Folge. Deshalb geht der VCD Düsseldorf weiterhin davon aus, dass ein U-Bahn-Tunnel auf der Wehrhahnlinie volkswirtschaftlich keinen Sinn macht.
U-Bahn-Planungen in Düsseldorf auf der Wehrhahnlinie
Presseerklärung vom 12. Februar 2001
In verschiedenen Medien wurde berichtet, das Land NRW werde 650 Mio. DM für den Bau eines U-Bahn-Tunnels auf der Wehrhahnlinie bereitstellen.
Der VCD hatte die Planungen immer wieder kritisiert mit der Begründung, dass der Tunnelbau für Fahrgäste der öffentlichen Verkehrsmittel mehr Nach- als Vorteile zur Folge hätte. Ein im Herbst 1999 gestartetes Bürgerbegehren war allerdings gescheitert, weil die damals erforderliche Anzahl von Unterstützungsunterschriften - inzwischen sind die Hürden ja deutlich gesenkt worden - nicht zusammenkam. In der aktuellen Situation sieht der VCD Düsseldorf weiterhin wichtige Argumente, die gegen eine Verwirklichung der Tunnelpläne sprechen:
- Nach unserer Kenntnis ist der volkswirtschaftliche Nutzen (bzw. Schaden) eines Tunnelbaus aktuell nicht eingehend untersucht worden. Eine uns bekannte Untersuchung aus dem Jahr 1989 ist wegen deutlich veränderter Rahmenbedingungen überholt. Die Fahrzeitgewinne wurden dort höher angesetzt als heute, und der U-Bahn-Tunnel bis zur Philipshalle, der ebenfalls eine Schnellverbindung zwischen dem Werstener Kreuz und der Heinrich-Heine-Allee bietet, wurde noch nicht mit berücksichtigt.
- Insbesondere für den Einzugsbereich der Linien 706 und 715 ergeben sich Verschlechterungen, wenn diese Linien nach dem Tunnelbau nicht mehr zur Altstadt fahren.
- Für die vom Stadtrat beschlossene Trassenführung (Mecumstraße bis Lichtplatz) wurden 1999 Baukosten von 1,3 Mrd. DM genannt. Allein für einen ersten Bauabschnitt von Mecumstraße bis Heinrich-Heine-Allee wurden von der Stadtverwaltung Kosten in Höhe von 670 Mio. DM in Aussicht gestellt. Klar ist also, dass höchstens ein Teilstück der Wehrhahnlinie in absehbarer Zeit realisiert werden könnte. Ob das Land NRW in Zukunft einen Weiterbau finanzieren kann und will, ist keinesfalls gesichert.
- Zur voraussichtlichen Bauzeit und zur Vermeidung von Behinderungen durch den Bau waren unter dem Eindruck des Bürgerbegehrens von Politik und Verwaltung Ende 1999 Vorstellungen vermittelt worden, die heute nicht mehr realistisch sind. Ob die U-Bahnhöfe in weitgehend geschlossener Bauweise und unter Vermeidung allzu großer Behinderungen für Anlieger gebaut werden können, ist nicht zuletzt eine Frage der zur Verfügung stehenden Geldmittel.
- Inzwischen werden bzw. wurden überall auf der Welt gerade in den fortschrittlichsten Städten neue oberirdische Stadt-/Straßenbahnstrecken durch die Innenstadt gebaut, z.B. in Frankfurt, München, Saarbrücken, Paris-Banlieue, Lyon, Straßburg, London/Croydon, Sheffield, Birmingham, Manchester, Los Angeles, Houston, St. Louis, Portland, San Diego, Sacramento,... (weitere Informationen dazu im Internet unter www.mobil-in-D.net/dir246B.html). Nur Düsseldorf hängt am Uraltkonzept der "schienenlosen Innenstadt".
Fazit: Um Schaden von Stadt und Land abzuwenden, sollten die Tunnelpläne möglichst bald endgültig beerdigt werden.